Intelligente technische Unterstützungsmöglichkeiten in der häuslichen Versorgung für Menschen in ihrem letzten Lebensjahr (PAALiativ)

Menschen in ihrer letzten Lebensphase sind besonders zuwendungs- und pflegebedürftig. Viele von ihnen wünschen sich, ihre verbleibende Lebenszeit zuhause in der gewohnten Umgebung verbringen zu können, doch die überwiegende Zahl der Menschen stirbt im Krankenhaus oder in Pflegeheimen.

Das Projekt PAALiativ will unheilbar erkrankten Menschen den Wunsch erfüllen, bis zum Lebensende zuhause zu bleiben. Menschliche Zuwendung ist bei der Pflege zuhause unersetzlich. Technische Produkte können aber die Patienten, Angehörige und das Pflegepersonal im heimischen Umfeld unterstützen. So soll unheilbar Kranken ein weitestgehend unabhängiges und sozial integriertes Leben mit der bestmöglichen Lebensqualität ermöglicht werden. Diese Kombination menschlicher Pflege mit neuen technischen Hilfen ist Gegenstand des Projektes PAALiativ.

Ziel des Projektes PAALiativ ist eine möglichst gute medizinisch-pflegerische Versorgung der  Patienten zuhause. Bei schwer erkrankten Menschen ist besonders wichtig, rechtzeitig Anzeichen einer Krise zu erkennen und diese wo möglich zu vermeiden oder – im Falle des Eintritts – angemessen zu meistern. Deshalb arbeiten im Projekt PAALiativ Klinik, niedergelassene Ärzte, Pflegedienst und Notfallversorger eng zusammen. So können belastende und vermeidbare Kankenhausaufenthalte am Lebensende verhindert werden.

Das Versorgungssystem wird zunächst mit Patienten erprobt, die an schweren Erkrankungen der Lunge (Lungenkarzinom und Chronische Lungenerkrankung (COPD)) leiden.

Damit alle Beteiligten immer auf dem aktuellen Stand sind, entwickeln die Projektpartner eine Haus-Kommunikations-Plattform. Moderne technische Systeme (z. B. Sensorik, Telekommunikation) werden dafür mit den sozialen Systemen des Patienten (z. B. Angehörige, soziale Dienstleistungen) verknüpft. Die Plattform steuert die Erfassung der medizinisch-pflegerisch relevanten Daten und die Krisenintervention. Die Plattform ist auch ein zusätzliches Mittel der Kommunikation zwischen Patienten, Angehörigen und Versorgern.

Das System wird in die Hausnotrufzentrale in der Region Weser-Ems integriert. Dort sind derzeit 17.000 Kunden angeschlossen, davon ca. 1.000 Lungenpatienten. Im Rahmes des Projektes PAALiativ werden unter Mitwirkung von Krankenkassen tragfähige Geschäftsmodelle entwickelt, damit dieses Pflegeangebot auch unter wirtschaftlichen Aspekten erprobt werden kann.

Projektinformation

Verbundkoordinator Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Regionalverband Weser-Ems

Volumen 2,8 Mio. € (56 % Förderanteil durch das BMBF)

Laufzeit 10/2009 - 09/2012

Partner Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Regionalverband Weser-Ems, Berne
Medizinische Studiengesellschaft Nord-West GmbH, Westerstede
Palliativzentrum in der Ev. Krankenhausstiftung, Oldenburg
Pius-Hospital Oldenburg, Oldenburg
DiscVision GmbH, Paderborn
OFFIS e.V., Oldenburg
Ipac Institut für Palliative Care e.V., Oldenburg

Ansprechpartner Christine Weiß
VDI/VDE Innovation + Technik GmbH

Telefon: 030 31 00 78-184
E-Mail